"Hat das Schöffengericht eine Zukunft ? Laienbeteiligung im deutschen Strafverfahren"

Vortrag: 18. November 2010, Juristische Fakultät, Universität Augsburg

In der Strafrechtspflege sind derzeit mehr als 60.000 Schöffen tätig. Ihre Anzahl übertrifft die der ehrenamtlichen Richter in anderen Gerichtszweigen um das Zehnfache. Während international ohne Übertreibung von einem „Siegeszug des Schöffengerichts“ gesprochen werden kann, ergibt ein Blick auf die gegenwärtige rechtspolitische Diskussion in Deutschland ein gänzlich anderes Bild. Der Einfluss des Laienelements wird kontinuierlich zurückgedrängt. Im Mutterland des Schöffengerichts mehren sich Stimmen, die eine gänzliche Beseitigung der Laienbeteiligung im Strafverfahren fordern. Rationale Gründe für ihre Beibehaltung seien nicht ersichtlich, Schöffengerichte seien längst gescheitert. Vor dem Hintergrund dieser und ähnlicher Aussagen wirft der Vortrag die Frage nach Legitimation und Zukunft des Laienelements auf. Unter Einbeziehung historischer, dogmatischer und vergleichender Perspektiven werden die Argumente Für und Wider das Schöffengericht dargestellt, um abschließend Lösungsvorschläge zur Diskussion zu stellen.

Die aufgeworfenen Fragen werden von Herrn Prof. Dr. Arnd Koch kenntnisreich erörtert, der bereits seit geraumer Zeit an der Juristischen Fakultät unserer Universität lehrt und Anfang November 2010 einen strafrechtlichen Lehrstuhl übernimmt.

  • Herr Prof. Dr. Arnd Koch, Universität Augsburg, Ordinarius für Strafrecht, Strafprozessrecht, Strafrechtsgeschichte sowie für Juristische Zeitgeschichte