Mitgliederversammlung und Vortrag von Herrn LOStA Jens Rommel, Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung von nationalsozialistischer Verbrechen (Ludwigsburg)

Vortrag: 12. März 2018, Juristische Fakultät Augsburg

  • Mitgliederversammlung und anschließend
  • Vortrag von Herrn Leitender Oberstaatsanwalt Jens Rommel, Leiter der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen

Während der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg und auch noch in den ersten Jahren der Bundesrepublik Deutschland fand eine – in Anbetracht der damaligen Ermittlungsmöglichkeiten – in Zahl und Intensität verhältnismäßig umfangreiche Verfolgung nationalsozialistischer Verbrechen statt. Im Laufe der fünfziger Jahre ließ die Aufmerksamkeit der Strafverfolgungsbehörden und der Strafgerichte erheblich nach, und vielfach wurden Ermittlungen sogar blockiert sowie Gerichtsverfahren verzögert, eingestellt oder in Urteilen mit unpassend geringen Folgen beendet.

Die im Jahre 1958 in Ludwigsburg eingerichtete Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen gab der Strafverfolgung von Untaten der Gewaltherrschaft des sogenannten Dritten Reichs neuen Antrieb. Seit nunmehr sechzig Jahren klärt die Zentrale Stelle Fälle auf, die als unermittelbar angesehen oder unterdrückt wurden und mehrfach wegen Verfolgungsverjährung der gerichtlichen Aufarbeitung entzogen zu werden drohten, bis endlich der Gesetzgeber schwerste Verbrechen unverjährbar stellte. Sogar mehr als sieben Jahrzente nach der bedingungslosen Kapitulation spürt die Zentrale Stelle noch Tatverdächtige auf.

Herr Leitender Oberstaatsanwalt Jens Rommel, Leiter der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen, wird uns aus dem Alltag seiner Behörde berichten, tatsächliche und rechtliche Schwierigkeiten bei der Vorbereitung von konkreten Ermittlungsverfahren schildern und verdeutlichen, dass die Zentrale Stelle von einem denkbaren Übergang zu einem historischen Forschungsinstitut noch um einiges entfernt ist.