Buchpräsentation zur Augsburger Stadtrechtsgeschichte

Vortrag: 13. Oktober 2009, Räume der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, Schaezlerstraße 25

  • Herr Prof. i.R. Dr. Rolf Krüger

Im 16. Jahrhundert gab es in Augsburg – ähnlich wie in anderen Städten des Alten Reichs – Bestrebungen, das Stadtrecht vom Jahre 1276 zu reformieren. Die bis heute in Augsburg, in der Staats- und Stadtbibliothek in der Schaezlerstraße bewahrten Entwürfe und Denkschriften städtischer Juristen bezeugen die frühneuzeitlichen Versuche, das mittelalterliche Rechtsbuch mit seinen Nachträgen, weiteren Satzungen der Reichsstadt, Beobachtungen aus anderen Ortsrechten und Regeln des gemeinen Rechts zu einem schlüssigen neuen Statutarrecht zu verschmelzen. Ein endgültiger Beschluß zu einer Erneuerung des Stadtrechts gelang dem Augsburger Stadtrat bis zum Ende des Alten Reichs nicht. Doch belegen bereits die Konzepte den jeweils erreichten Entwicklungsstand des Stadtrechts.

Zwei dieser Handschriften, beide haben in der Staats- und Stadtbibliothek die Zeiten überdauert, eine Zusammenstellung des Augsburger Stadtrechtes durch den reichsstädtischen Ratsadvokaten Dr. Georg Tradel (1530-1598) und einen seiner Kollegen, den 1589 verstorbenen Matthaeus Laimann, sowie eine von Tradel alleine verfasste Denkschrift zur Reformation des Augsburger Rechtes, wurden durch den zweiten Vorsitzenden der Juristischen Gesellschaft Augsburg, Herrn Prof. Dr. Christoph Becker, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht und Zivilverfahrensrecht, Römisches Recht und Europäische Privatrechtsgeschichte an der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg, ediert und zusammen mit einigen einleitenden Texten unter dem Titel „Consvetvdines almae Reipublicae Augustanae“ von Matthaeus Laimann und Georg Tradel mit „Notwendigs Bedenckhen“ von Georg Tradel. Eine Zusammenstellung Augsburger Stadtrechts mit einer Denkschrift zu seiner Reform vom Ende des sechzehnten Jahrhunderts (Handschrift der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg 2° Cod. Aug. 168), Berlin, 2008.

Diese Edition soll nun der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Neben Herrn Prof. Dr. Becker wird Herr Prof. i.R. Dr. Rolf Kießling einführende Worte zur Geschichte Augsburgs zu Beginn der Frühen Neuzeit sprechen. Überdies werden von Herrn Prof. Dr. Becker betreute Doktoranden (Ass. Nicola Birk, Rechtsanwalt Stephan Ebner), die sich einem stadtrechtshistorischen Thema gewidmet haben, aus ihren Forschungen berichten.