Am achten Tag schuff Gott den Rechtsanwalt

Vortrag: 9. April 2002, Im Kulturhaus Kresslesmühle, Barfüßerstraße, Augsburg

  • Herr Werner Koczwara

Zu den von Anfang an verfolgten Zielen der Juristischen Gesellschaft gehört es, gelegentlich auch die Randzonen des Rechts aufzugreifen und auszuleuchten. Recht in der Musik (opera iuris), Recht in der Literatur, Dichterjuristen von gestern und heute und ähnliche Themen stehen für diese Ausflüge in die Grenzbereiche des Rechts. Diesmal soll ein ganz anderer Ansatz gewählt werden.

Juristen nehmen sich und ihre Arbeit manchmal allzu wichtig und ernst. Sie übersehen dabei leicht Aspekte, die dem Außenstehenden auffallen, ihn irritieren, ihm lächerlich, komisch, ja sogar absurd erscheinen. Nur ein Beispiel: Die verrückt gewordenen Grenzsteine des § 919 BGB haben alle Reformen des Bürgerlichen Gesetzbuchs überdauert und viele Studentengenerationen zum Lachen gebracht. Werner Koczwara spießt diese nicht ganz seltenen Lächerlichkeiten und Absurditäten des Rechts und juristischer Argumentation mit respektlosem Witz und bohrender Ironie auf und führt dem Zuhörer zum Beispiel vor, warum die zehn Gebote mit 279 Worten auskommen konnten oder mussten, die EU-Verordnung über die Einfuhr von Karamelbonbons dagegen 25.911 Wörter benötigt.