Smart Contracts und Blockchain - ein Riesenhype oder wirklich disruptive Technik ?

Vortrag: 24. Januar 2019, Seminarraum der Kanzlei Seitz Weckbach Fackler & Partner (1.OG)

  • Universitätsprofessor Dr. Florian Matthes
  • Universitätsprofessor Dr. Hans Christoph Grigoleit

Um die Funktionsweise von Smart Contracts zu erklären, wird gern das Beispiel
des Getränkeautomaten gewählt. Der Käufer wählt das gewünschte Produkt aus,
wirft Geld in Höhe des angezeigten Kaufpreises in den Automaten und erhält das gewünschte Getränk. Ähnlich funktionieren Smart Contracts. Der Leistungsaustausch wird unter genau definierten Bedingungen automatisch durchgeführt.

Was ist nun aber das revolutionär Neue oder gar Disruptive an dieser Technik?
Das Konzept des Smart Contract geht zurück auf den US-amerikanischen Informatiker, Kryptographen und Juristen Nick Szabo, der es schon 1994 in seinem Aufsatz „The Idea of Smart Contracts” entwickelte. Danach ist ein Smart Contract ein Programm, das manipulationssicher gespeichert ist und bei Eintritt bestimmter Bedingungen vorher festgelegte Maßnahmen garantiert ausführt. Erst seit Kurzem
gibt es aber die technischen Möglichkeiten, Verträge in der geschilderten Weise tatsächlich digital abzuwickeln. Die Dokumentation und der Vollzug von Smart Contracts funktionieren insbesondere auch mit der sog. Blockchain-Technologie. Diese erlaubt nicht nur die Erschaffung von Zahlungsmitteln wie Bitcoin, sondern auch die autonome, digitale Steuerung fast beliebiger Prozesse. Mit der Blockchain lassen sich einzelne oder zusammengehörige Verträge und Transaktionen digital abbilden und, so wird behauptet, absolut fälschungssicher dokumentieren.

An dem Vortragsabend werden die Herren

Universitätsprofessor Dr. Florian Matthes

und

Universitätsprofessor Dr. Hans Christoph Grigoleit

über die vielfältigen technischen und juristischen Implikationen von Smart Contracts und Blockchain aus Sicht des Informatikers einerseits und des Juristen andererseits referieren.

Beide Referenten leiten zusammen das interdisziplinäre Forschungsprogramm
Lexalyze an der TU München, welches darauf gerichtet ist, Synergien zwischen der Rechtswissenschaft und der Informatik zu erschließen.