Regeln für die Forschung am Menschen? – Zur Revision der Deklaration des Weltärztebundes von Helsinki

mit der Medizinischen Gesellschaft: 6. Februar 2013, Im Haus St. Ulrich, Kappelberg 1, Augsburg

Deklarationen sind schon von ihrem Begriff her unverbindlich. Das gilt auch für die Deklaration des Weltärztebundes von Helsinki. Gleichwohl hat sie ungeahnte Wirkkraft entfaltet und wird von jeder Ärztin und jedem Arzt, der am Menschen medizinische Forschung betreibt, befolgt. Sie hat ihren hohen Geltungsanspruch aus der ihr innewohnenden Autorität gewonnen, weil in ihr über Kultur- und Ländergrenzen hinweg weltweit akzeptierte Grundsätze der bioethischen Grenzen medizinischer Forschung festgehalten sind. Zahlreiche dort entwickelte Grundsätze finden sich heute als selbstverständliche Regeln in den nationalen Rechtsvorschriften wieder (z.B. in §§ 40 ff. AMG).

Um ihren Geltungsanspruch zu erhalten, ist die Deklaration immer wieder revidiert worden. Derzeit wird erneut gefragt, ob es neuer Regeln für die Forschung am Menschen bedarf. Wie sollen die Patienten nach Abschluss der medizinischen Versuche behandelt werden? Was ist mit dem Einsatz von Placebo? Die Nutzung von Placebo ist einerseits zum wissenschaftlichen Nachweis des dagegen getesteten neuen Verfahrens wichtig, stellt aber andererseits eine Nicht-Behandlung dar, die den eigenen Patienten schädigen könnte. Müssen die Standards für die Forschungen in allen Ländern der Welt gleich sein, obwohl der Reichtum keineswegs gleich verteilt ist?

  • Dr. med. Dr. h. c. Otmar Kloiber, Generalsekretär des Weltärztebundes, Genf
  • Prof. Dr. Henning Rosenau, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Bio-, Gesundheits- und Medizinrecht (IBGM) der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg

    Die Diskussion wird geleitet von
  • Prof. Dr. Wolfgang von Scheidt (I. Medizinische Klinik, Augsburg)
  • Prof. Dr. Hans-Ulrich Jerschke, Augsburg