Wahlsystem zwischen Recht und Mathematik

Vortrag: 1. Februar 2011,

Nur noch knapp fünf Monate bleiben dem Bundesgesetzgeber, um das Wahlrecht neu zu regeln. Dies verlangt eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 3. Juli 2008, mit der das Auftreten sogenannter negativer Stimmgewichte für verfassungswidrig erklärt wurde. Trotz der Kürze der verbleibenden Zeit und trotz der besonderen legitimierenden und integrierenden Bedeutung der Bundestagswahl ist eine öffentliche Diskussion über die anstehende Novellierung des Wahlrechts noch nicht entbrannt. Immerhin werden in der Fachwelt verschiedene Alternativen diskutiert. Im Vortrag stellen die Referenten die mathematischen Möglichkeiten und rechtlichen Rahmenbedingungen vor, die die grundsätzliche gesetzgeberische Gestaltungsfreiheit determinieren, erläutern deren wechselseitige Abhängigkeit und befürworten mit dem Vorschlag für eine schonenden Verbindung von Personen- und Verhältniswahl einen recht radikalen Wandel des Wahlsystems.

Beide Referenten sind als ordentliche Professoren an der Universität Augsburg tätig. Ihr Sachverstand ist national wie international gefragt. Herr Professor Dr. Friedrich Pukelsheim ist Inhaber des Lehrstuhls für Stochastik und ihre Anwendungen in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Herr Professor Dr. Matthias Rossi hat an der Juristischen Fakultät den Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht, Europarecht sowie Gesetzgebungslehre inne.

  • Prof. Dr. Friedrich Pukelsheim, Universität Augsburg
  • Prof. Dr. Matthias Rossi, Universität Augsburg